Schwerpunkt Klinische Kinderpsychologie im Master Psychologie – Professionell helfen, wenn junge Menschen leiden

Was macht eigentlich eine Klinische Kinderpsychologin – und welche Fähigkeiten und Kompetenzen braucht es für diesen Beruf?
Die Klinische Kinderpsychologie widmet sich einem der sensibelsten und zugleich dringlichsten Bereiche der psychologischen Versorgung: der Unterstützung junger Menschen mit psychischen Belastungen. Im Interview gibt Prof. Dr. Sabine Arnold Einblicke in ihre Arbeit, erklärt die Bedeutung des Schwerpunkts im Masterstudiengang Psychologie an der IB Hochschule – und macht deutlich, warum gut ausgebildete Fachkräfte in diesem Bereich heute mehr denn je gebraucht werden.
Frau Prof. Dr. Arnold, was bewegt Sie an der Klinischen Kinderpsychologie und warum ist dieses Berufsfeld heute besonders wichtig?
„Die Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit seelischem Leiden und psychischen Störungen liegt mir als Psychologin und approbierte Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin sehr am Herzen. Mein Ziel ist es, Leid zu verringern und junge Menschen dabei zu unterstützen, ein lebenswertes Leben zu entwickeln. Ich bin auf die Behandlung von Essstörungen, nicht-suizidales selbstverletzendes Verhalten und Suizidalität im Jugendalter spezialisiert. Aktuell besteht ein großer Versorgungsbedarf: Die Prävalenz psychischer Störungen befindet sich auf einem hohen Niveau und nimmt weiter zu. Gleichzeitig besteht eine anhaltende Unterversorgung im psychologischen und psychotherapeutischen Bereich. Psychologischer Nachwuchs mit Expertise im Kindes- und Jugendalter wird daher dringend gesucht und gebraucht."
Wie ist die Spezialisierung „Klinische Kinderpsychologie" im Masterstudium an der IB Hochschule aufgebaut?
„Der Schwerpunkt Klinische Kinderpsychologie im Masterstudiengang bietet eine umfassende theoretische und berufspraktische Qualifikation. Vermittelt wird störungsspezifisches Fachwissen zu psychischen Störungen im Kindes- und Jugendalter – ergänzt durch fundierte Kenntnisse in Epidemiologie, Ätiologie, psychologischer Diagnostik, Prävention und Intervention, sowie entsprechende praktische Übungen. Behandelt werden u. a. frühe Entwicklungsstörungen wie Fütter-, Regulations- und Schlafstörungen, das Aufmerksamkeitsdefizit(hyperaktivitäts)syndrom (ADHS), dissoziale Verhaltensstörungen, das Autismus Spektrum, Angststörungen, Depression, Essstörungen, sich entwickelnde Persönlichkeitsstörungen wie Borderline, nicht-suizidales selbstverletzendes Verhalten sowie Suizidalität."
Welche beruflichen Perspektiven eröffnen sich Absolvent*innen mit diesem Schwerpunkt?
„Kinder und Jugendliche bilden einen besonders schutzwürdigen Teil unserer Gesellschaft. Prävention, Beratung und Behandlung sind heute wichtiger denn je – und genau in diesen Bereichen werden Psycholog*innen mit entsprechender Schwerpunktsetzung dringend gebraucht: zur Entwicklung, Implementierung und Evaluation von Präventionsprogrammen psychischer Störungen; zur Beratung von Kindern, Jugendlichen, deren Eltern und Bezugspersonen; zur Diagnostik psychischer Störungen und zur Implementierung klinischer Interventionen. Innovationen und Neudenken sind gefragt – auch vor dem Hintergrund der Digitalisierung – um eine adäquate, umfassende und zukunftsfähige Versorgung zu gewährleisten."
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