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05.12.2024

Auf dem BvLB Berufsbildungskongress 2024: Revolutioniert KI die Unterrichtsplanung?

Prof. Dormann at BvLB congress

Am 21. und 22. November 2024 fand in Berlin der Berufsbildungskongress des BvLB unter dem Motto „Zukunft gestalten" statt. Im Fokus standen die Herausforderungen der beruflichen Bildung und die Frage, wie innovative Lösungen gestaltet werden können. Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Bereichen kamen zusammen, um gemeinsam neue Ideen zu entwickeln und mit Gästen aus Politik, Wirtschaft, Schulverwaltung und Schuladministration in den Dialog zu treten.

Es wurde ein spannendes, zukunftsorientiertes Programm mit Keynote-Speakern, Podiumsdiskussion und Backstage-Talk sowie einem Walk and Talk mit vielen Gelegenheiten sich auszutauschen. In Denkräumen konnten sich die Teilnehmenden aktiv beteiligen und ihre Perspektiven mit einbringen.

Einer der Denkräume widmete sich den „Lehr- und Lernkonzepten der Zukunft". Prof. Dr. Markus Dormann der IB Hochschule führte durch die neuesten Entwicklungen der beruflichen Bildung und beleuchtete dabei die Chancen und Grenzen von künstlicher Intelligenz (KI) bei Lehr- und Lernprozessen sowie digitalen Prüfungsformaten.

Wir nutzen die Gelegenheit, um etwas tiefer in das Thema einzutauchen und stellen Prof. Dr. Markus Dormann ein paar Fragen dazu.

KI und Unterrichtsplanung: Sie haben den von Ihnen entwickelten didaktischen KI-Ansatz „Luke" vorgestellt. Können Sie uns kurz erklären, wie „Luke" konkret bei der Unterrichts- und Kompetenzmodellierung unterstützt? – Mit dem didaktisch optimierten Large Language Model „LUKE" nutzen wir Künstliche Intelligenz zur Modellierung von kompetenzfördernder Lehre. Wir sind damit in der Lage Planungsprozesse zum Aufbau von Handlungskompetenz leichter realisieren zu können und die Fähigkeiten der AI zu nutzen, um Kompetenzorientierung besser in Lehre und Unterricht zu integrieren.

KI in der Ausbildung und Ethik: Sie haben betont, dass die ethische Gestaltung von KI in der Ausbildung eine zentrale Rolle spielt. Welche ethischen Herausforderungen sehen Sie dabei, und wie kann in der Praxis damit umgegangen werden? – Hier sind verschiedene Aspekte zu berücksichtigen: u.a. müssen wir unser Augenmerk auf einen sensiblen Umgang mit Lernerdaten und Datenschutz, eine verantwortungsvolle Integration von KI in Berufswelten und eine verantwortungsvolle Koexistenz von KI in Berufsfeldern legen. Aktuell entwickelt sich das Forschungsfeld sehr schnell, und es ist wichtig, im ethischen Bereich nicht den Anschluss zu verlieren. Eine sehr wichtige Aufgabe, die uns in Zukunft einiges abverlangen wird.

Praxisbeispiele und Perspektiven: Sie haben erwähnt, dass Sie mit nu.education eines der modernsten Learning Management Systeme (LMS) vorgestellt haben. Können Sie uns ein Beispiel geben, wie KI und digitale Prüfungen in diesem Kontext erfolgreich eingesetzt werden, und welche Zukunftsperspektiven sehen Sie für den Einsatz von KI in Schulen und der beruflichen Ausbildung? – In der Tat ist nu.education gerade, was z. B. die Aufgabenkonzeptionierung mit KI-Unterstützung betrifft, sehr weit bei der Umsetzung. Hier ist es beeindruckend, was bereits alles möglich ist. Das Thema digitale Prüfungen ist hier nochmal ein weiteres Feld. Neben einer technischen Modellierung muss die Didaktik hier auch neue kompetenzbasierte Aufgabenformate entwickeln. Schlussendlich stehen wir technisch bereits heute an einem Punkt, der ein völlig flexibles Prüfen erlauben würde. Also in gewisser Weise: anytime, anywhere, anyhow. Die Implementierung in die Institutionen wird gleichwohl noch etwas auf sich warten lassen.

Wir bedanken uns herzlich bei Prof. Dr. Markus Dormann für seine spannenden Einblicke. Der Berufsbildungskongress 2024 hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig der Austausch über Zukunftsthemen wie KI und Ethik für die Gestaltung einer innovativen Bildungslandschaft ist.